Bilder zum Artikel

Buntglasfenster in der Militärkapelle der US-Luftwaffe, Colorado Springs

Buchtipps

Martina Müller-Wiener
Die Kunst der islamischen Welt
- Mehr zum Buch

Ornamente und Naturstrukturen in Islam und Zen

Ornamente und Naturstrukturen in Islam und Zen

Religiöse Kunst soll auf Gott oder das Transzendente hinweisen. Doch während im Christentum und im Hinduismus gegenständliche Bilder selbstverständlich sind, beschränken sich andere spirituelle Traditionen auf eine nicht-gegenständliche Darstellung. Warum?

In der Natur können wir überall wunderschöne filigrane Strukturen entdecken, etwa in den Eisblumen an gefrorenen Fensterscheiben, in Rissen an Felswänden oder Baumstämmen, im feinen Geflecht von Zweigen und Moosen. Schon vor Jahrtausenden entging das den Menschen nicht. Sie begannen, Zeichen in Stein zu ritzen – Kreise, Spiralen, verästelte Formen. Womöglich entstanden so auch die ersten Schriftzeichen. In jedem Fall entwickelte sich eine in den frühen Hochkulturen vor gut 5000 Jahren schon recht ausgeprägte ornamentale Kunst. Das zeigen viele kunstvoll verzierte Tongefäße.

Im Islam erhielt die ornamentale Kunst eine ganz besondere Bedeutung. Wie schon in der vorangegangenen Folge dieser Serie angedeutet (VISIONEN 2/2013 ) sind Ornamente und Verzierungen kunstgeschichtlich gesehen nicht Abstrakte Kunst oder Abstrakte Malerei. Doch von der geistigen Grundhaltung her liegt der ornamentalen Kunst des Islam durchaus eine Abstraktion, ja ein Streben nach Transzendenz zugrunde. Sie verweist auf dasjenige, woraus alle Dinge zuallererst entstehen.

Die islamische Kunst verweist auf dasjenige,woraus alle Dinge zuallererst entstehen.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben