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Michel Foucault
Archäologie des Wissens
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Wissen ist MACHT

Wissen ist MACHT

…und kann missbraucht werden – auch von spirituellen Lehrern

Wissen gilt in unserer Gesellschaft als besonders erstrebenswert; in TV-Quiz kann man eine Million Euro gewinnen. Spirituelles Wissen kann ebenfalls eine verführerische Macht sein.

Wir kennen den Slogan „Wissen ist Macht“. Er erscheint zum Beispiel in der Werbung für Persönlichkeitsentwicklung und Managementtrainings. Die Geschichte belegt: Wer lesen und schreiben konnte und so über Wissen verfügte, hatte auch Macht und Einfluss. Immer wieder ging es in Revolutionen wie der Französischen von 1789 oder den Arbeiterrevolten in den 1920er Jahren in Deutschland darum, dass die sozial schwachen und armen Menschen auch den Zugang zu Bildung und Ausbildung erhalten. Das ist bis heute aktuell: Je mehr Wissen und Bildung, desto besser die Berufschancen.

Doch „Wissen ist Macht“ als geflügeltes Wort bedeutet noch mehr. Es stammt aus der Philosophie von Francis Bacon (1561–1626), einem Pionier der Aufklärung. 1598 schreibt er in Bezug auf die Wissenschaft: „Wissen selbst ist Macht“ und 1620 in seinem Hauptwerk Novum Organum: „Wissen und Macht des Menschen fallen zusammen, weil Unkenntnis der Ursache über deren Wirkung täuscht.“ Wir dürfen nicht vergessen, dass zu jener Zeit der Glaube an Hexerei viel Leid erzeugte. Die Einsicht in den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung war gleichsam blockiert. Das Meckern eines Ziegenbocks oder das Lachen einer Frau konnten aus Unwissenheit durchaus als Ursache für den Brand eines Hauses und als Werk des Satans angesehen werden.

Im weitesten Sinne ist Wissen nicht nur gut für die eigene Karriere, sondern vor allem für die Entwicklung der Spezies Mensch. Philosophen wie Sri Aurobindo, Jean Gebser und Ken Wilber sehen eine Entwicklung des Bewusstseins, die durch eine höhere, göttliche Instanz gelenkt wird, und dabei geht es primär um inneres Wissen.

Der französische Philosoph, Historiker und Soziologe Michel Foucault (1926-1984) kam zum Schluss, dass „Macht und Wissen einander unmittelbar einschließen; dass es keine Machtbeziehung gibt, ohne dass sich ein entsprechendes Wissensfeld konstituiert, und kein Wissen, das nicht gleichzeitig Machtbeziehungen voraussetzt und konstituiert.“

Was für uns Menschen so wichtig ist, kann aber auch missbraucht werden. Ein Betrüger ergaunert sich heute seine Informationen meistens übers Internet, spioniert den Zugang zu Kontodaten aus, usw. Jeder hat wohl auch schon selbst erlebt, dass jemand etwas weiter erzählte, was ihm unter dem Siegel der Verschwiegenheit anvertraut wurde. Wissen besteht aus Informationen, für die nicht nur in Spionagefilmen gemordet wird. Es kann die Nummer eines Bankkontos oder einfach nur eine Adresse sein – und das Wissen darum kann über Leben und Tod entscheiden. Auch das bedeutet Macht.

Je mehr Wissen und Bildung, desto besser die Berufschancen.

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