Zurück zur Einfachheit
Wie wir in Wort und Tat zum Wesentlichen kommen
Fast alle stöhnen hin und wieder über zu viel Hektik, Lärm, Reizüberflutung oder Unordnung, Unübersichtlichkeit, Unklarheit. Es schadet nicht, sich mehr Übersicht und Klarheit zu verschaffen, sich ab und zu zurückzuziehen und aufs Wesentliche zu besinnen, den Terminplan auszudünnen, zu entschleunigen, mal ohne Handy im Wald spazieren zu gehen. „Zurück zur Einfachheit“ bezieht sich also auf meine Lebensführung, was z.B. eine konsumkritische Haltung einschließt.
Einfachheit spielt auch anderswo eine Rolle: In Mathematik und Naturwissenschaft wird von mehreren logisch möglichen Lösungen die einfachste bevorzugt. Da spielt die Ästhetik hinein, denn auch in Kunst und Musik wird das Einfachheitsprinzip angewandt. Mit wenigen Strichen oder Tönen Wesentliches zeigen oder ausdrücken zu können, gilt als genial. Einfachheit wird als Kunst erachtet. Im Sinne von „leicht“ ist diese aber bei genauem Hinsehen nicht so einfach, wie es scheint. An ihren eingängigen, aus wenigen Tönen bestehenden Themen arbeiteten berühmte Komponisten wie Ludwig von Beethoven lange, wie etliche erhaltene Skizzen mit durchgestrichenen Fassungen belegen. Schließlich ist da noch der spirituelle Bereich, wo regelmäßig zu hören ist: „Erleuchtung? Das ist so einfach, das geht am Verstand vorbei!“
Der große Weg ist sehr einfach, aber die Menschen lieben die Umwege. (Laotse, Tao Te King)
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