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Clairs Steckenpferd ist die Bewahrung alten Wissens.

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Claire
Magie leben: Der spirituelle Weg der modernen Hexe
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Wir alle wirken Magie, ohne uns darüber bewusst zu sein

Wir alle wirken Magie, ohne uns darüber bewusst zu sein

Im Gespräch mit Hexe Claire

Brauchen wir heute noch Gott oder eine Göttin? Sind Hexen und Magie noch zeitgemäß? Claire Seifert beantwortet diese Fragen mit einem klaren Ja. In der DDR aufgewachsen, erfuhr sie Religion eher als etwas Verbotenes. Das hat der Wahl- Leipzigerin trotzdem nicht den Weg in eine Richtung verstellt, in die sie nun seit vielen Jahren geht: Als Hexe lebt sie Magie im Alltag und hat ein Volksmagie-Projekt initiiert, um altes Wissen zu bewahren.

Sie sind in der DDR aufgewachsen. Wie war dort der Umgang mit Religion allgemein und mit Naturspiritualität und Hexen im Besonderen?

Sehr schwierig. Die offizielle Meinung war: Religion ist Opium fürs Volk. Deshalb wurde alles Religiöse, auch die christlichen Gemeinden, von der Stasi immer genau beobachtet. Ein Pfarrer musste damit rechnen, dass er abgehört wurde. Der Staat hatte die religiösen Menschen nicht so unter Kontrolle, also war für die Stasi natürlich interessant, was die so machten. Kartenlegen oder Hexerei ging überhaupt nicht. Vor Jahren habe ich herausgefunden, dass eine Frauenzeitschrift eine Art Lenormand-Karten-Set veröffentlicht hat. Das war aber schon kurz vor der Wende.

Wie haben Menschen, die nicht in die Kirche gingen, ihren Glauben gelebt? Gab es eine Art Bewegung im Untergrund oder kam das erst nach der Wende?

Ich denke schon, dass es auch Leute gab, die heimlich praktiziert haben. Dabei mussten sie aber sehr vorsichtig sein. In die Kirche gehen konnte man, aber wer darüber hinaus an Religion oder Spiritualität interessiert war, durfte das nicht nach außen hin zeigen. Ich glaube, heute kann sich kaum jemand vorstellen, wie es damals war.

Der Schritt in die Öffentlichkeit kam tatsächlich für die meisten erst nach der Wende. Bis heute merke ich, wenn Kolleginnen aus dem Westen hierher in den Osten ziehen und praktizieren wollen, wie schnell sie es mit christlichen Eiferern zu tun bekommen, obwohl das Thema Naturspiritualität und Hexen hier kaum jemanden wirklich interessiert.

Früher gab es noch eine gewisse Ordnung und Abgrenzung, das gab Halt und Kraft. Es ist alles so schnell
und beliebig geworden. Deshalb brauchen wir etwas Spirituelles als Gegengewicht, als Entschleuniger und Anker im Alltag.

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