„Dadurch, dass ich anderen zugehört habe, konnte ich auch viel über mich selbst lernen“

„Dadurch, dass ich anderen zugehört habe, konnte ich auch viel über mich selbst lernen“

Im Gespräch mit der Fadista Carminho - Portugals neue starke Stimme

Carminho heißt der neue Stern, der an Portugals Fado-Himmel aufgegangen ist. Die Tochter der Fadista Teresa Siqueira stand schon als Teenager auf der Bühne und sang. Doch bevor sie ihr Leben ganz dem Fado verschrieb, wollte sie Erfahrungen sammeln und ging als ehrenamtliche Helferin für eine Hilfsorganisation nach Indien, Peru und Kambodscha. 2007 stieg sie dann ins Musikgeschäft ein. Regisseur Carlos Saura, der schon dem Flamenco eine Dokumentation widmete, portraitierte sie für seinen Film Fado. 2009 erschien ihr viel beachtetes, schlicht Fado betiteltes Debütalbum. Mit dem Nachfolger Alma („Seele“) besuchte Carminho im November und Dezember 2012 Deutschland.

VISIONEN -Redakteurin Claudia Hötzendorfer sprach mit der 28-Jährigen über ihr humanitäres Engagement, die Wurzeln des Fado, den die UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt hat, und die neue Generation von Fadistas, die den Musikstil aus den Armenvierteln Lissabons hinaus in die Welt tragen.

Auf deinen Alben singst du sowohl Traditionals als auch eigene Songs. Wie suchst du aus, was du aufnehmen möchtest?

Es ist ein Prozess für mich. Wenn ich an einem Album arbeite, betreibe ich immer sehr viel Recherche. Ich suche nach traditionellen Melodien oder Texten. Manchmal nutze ich zum Beispiel eine alte Melodie und kombiniere sie mit neuen Texten. So kann ich die Tradition lebendig halten und gleichzeitig mit etwas Modernem verbinden. Ich lebe im 21. Jahrhundert und ich möchte gern Aktuelles in meinen Texten verarbeiten. Je nach Stimmung arbeite ich auch sehr gern mit traditionellen Musikern zusammen, um die alten Stücke wiederzubeleben.

Was hat dich gereizt, die Lyrik von Antonio Gedeao zu vertonen?

Ich texte manchmal selbst zu den alten Melodien. Hin und wieder bitte ich auch befreundete Dichter, Texte zu schreiben, die ich singen kann. Manchmal finde ich auch Gedichte in alten Poesiebänden, die mich derart faszinieren, dass ich sie einfach singen muss. So war es auch bei den Gedichten von Antonio. Ich versuche mich immer in den Texten wiederzufinden, so können sie ein Teil von mir werden und ich kann das transportieren, was mich bewegt.

Ich versuche mich immer in den Texten wiederzufinden, so können sie ein Teil von mir werden und ich kann das transportieren, was mich bewegt.

Wir hoffen, Sie finden diese Vorschau auf den Artikel aus dem Magazin VISIONEN interessant!
Es würde uns sehr freuen, Sie als neuen Abonnenten des Magazins begrüßen zu dürfen.

AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben