Gelebte Spiritualität

„Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ – die spirituelle Praxis ist keine Weltflucht, sondern wird im Alltag erprobt und bestätigt. Erfahrene geistige Lehrer und Praktizierende schreiben über bewährte Wege und Methoden zur Klärung und Entfaltung des Bewusstseins.

Die Traumvision des biblischen Propheten Jakob von der Engelsleiter, die die menschliche Welt mit der Göttlichen Gegenwart verbindet, ist ein Schlüsseltext der mystischen Literatur. Pir Zia Inayat Khan vom Internationalen Sufi-Orden erklärt seine Bedeutung für den spirituellen Sucher von heute.
In den Zeiten unserer Großeltern waren Heilige keine fernen Götzenbilder, denen man nur als Tourist in Kirchen begegnete. Speziell im ländlichen Milieu waren sie Teil des alltäglichen Lebens. Heute ist diese Kultur der Heiligenpflege aus den meisten Familien verschwunden. Moderne Menschen machen sich meist nicht bewusst, welchen Verlust die „Entheiligung“ unseres Alltags darstellt. Unzählige inspirierende Geschichten und Legenden sind aus unserem Gesichtskreis verschwunden. Und vor allem eines: die Kunst des vertrauensvollen Gebets.
Orkane, Erdbeben, Flutkatastrophen – die Auswirkungen des Klimawandels sind weltweit zu spüren. Jeder, der die Ursachen dieses Phänomens kennt, kann an einer Veränderung mitwirken. Auf Einladung der Hamburger Stiftung Live To Love Germany erklärte Seine Eminenz Thuksey Rinpoche in einem öffentlichen Dialog die Zusammenhänge, die für den Zustand des Weltklimas verantwortlich sind. Über eine „Philosophie der Beweglichkeit“ und Flexibilität sprach er, über die aktive, angewandte Form der Meditation und den weit verbreiteten Irrtum, keine Zeit zu haben.
Spirituelle Erfahrungen müssen nicht Begegnungen mit Engeln und Heiligen oder Erfahrungen der Höheren Seele sein. Als spirituelle Erfahrungen zählen laut Master Sai R. Cholleti auch all diejenigen Erlebnisse, die uns helfen, ein besserer Mensch zu werden und dadurch auf unserem spirituellen Weg einen Schritt weiterzukommen.
„Habt ihr Selbstvertrauen, habt ihr nichts zu leiden. Habt ihr keines, kann euch niemand auf der Welt glücklich machen.“ Drei Dinge braucht es, um sein Selbstvertrauen zu stärken, bis es schließlich in unerschütterliches Gottvertrauen mündet.
„Das geistige Licht ist eine Tatsache. Es durchstrahlt alles, alle Dinge. Wem es je wahrnehmbar wurde, der erwachte damit zum Urvertrauen – vielmehr in jedem erwachte es, denn es ist ja eingeboren.“ (Jean Gebser)
Er war 13 Jahre buddhistischer Mönch und hat viele Schriften aus dem Tibetischen ins Deutsche übersetzt. Christof Spitz, Dolmetscher des Dalai Lama und Initiator des Netzwerks „Ethik heute“, vertritt im Gespräch mit Christian Salvesen eine Ethik ohne Religion.
Es ist ein weitverbreiteter Irrtum zu glauben, dass ein spirituelles Leben nur im stillen Rückzug aus dem gesellschaftlichen Geschehen möglich ist. Meditieren alleine genügt nicht. Maximilian Schäfer erklärt im Folgenden, warum es notwendig ist, sich bewusst für ein Handeln im Geist der Liebe zu entscheiden.
„Kein Friede unter den Nationen ohne Frieden unter den Religionen, und kein Frieden unter den Religionen ohne einen Dialog zwischen den Religionen, und kein Dialog zwischen den Religionen ohne gemeinsame ethische Werte und Standards“ – das ist die Leitidee, die dem Projekt Weltethos zugrundeliegt.
„Euer Vertrauen ist euer bester Freund. Es ist von Natur aus immer bei euch. Wendet euch einfach nach innen und nehmt seine Führung an. Noch besser ist es, euch gleich am Morgen mit Vertrauen für den ganzen Tag aufzuladen.“
„Gottvertrauen ist eine Quelle, aus der wir auf Schritt und Tritt Kraft, Hilfe und Inspiration schöpfen können. Es vermittelt uns die Weisheit und Führung, die wir brauchen, um den richtigen Weg durchs Leben zu finden.“
„Mein Gott, da ich meinen Geist auf deine Anordnung hin äußeren Tätigkeiten zuwenden muss, lass mich bitte während dieser Aufgaben bei dir bleiben und dir Gesellschaft leisten. Und damit alles bestmöglich verläuft, arbeite bitte mit mir zusammen...“
Unter dem Namen „Abrahamic Reunion“ engagieren sich seit 2001 interreligiöse Friedensaktivisten in Israel für ein harmonisches und friedliches Miteinander der abrahamitischen Religionen. Angesichts der fortgesetzten gewaltsamen Übergriffe seit dem Gaza-Krieg im Sommer 2014 sind sichtbare und spürbare Zeichen des interreligiösen Wohlwollens, wie die Friedensmahle der Abrahamic Reunion, notwendiger denn je. „Hoffnungsfunken“, nennt sie David Shahabuddin Less, der von Anfang an dabei ist.
Seit vielen Jahren leitet er das Seminarhotel Jonathan am Chiemsee, leitet an zur Selbstverantwortung in Workshops und Wüstenretreats. Gerade hat er sein erstes Buch veröffentlicht. Mit Charles Kunow sprach Christian Salvesen .
Wer im Laufe seines Lebens ein starkes seelisches Immunsystem entwickelt, ist besser darauf vorbereitet, Katastrophen und Schicksalsschläge zu meistern. Er wird sich in Umbruchphasen leichter neu orientieren und findet selbst in der Krise einen Zugang zur inneren Kraftquelle. Nach solch einer inneren Stärke sehnen wir uns alle, aber nicht jedem von uns ist sie von Anfang an mitgegeben.
Es stehen immer wirtschaftliche und politische Interessen im Vordergrund, wenn Kriege geführt werden, sagt Karen Armstrong. Die renommierte Religionswissenschaftlerin hat sich in ihrem neuen Buch mit Religion und Gewalt auseinandergesetzt. Bei der Lektüre wird klar: Begriffe wie Fundamentalismus oder Märtyrer sind keineswegs so klar definiert, wie viele denken, und in Sachen Toleranz waren die Muslime den Christen immer schon einen Schritt voraus.
Der schamanische Lehrer Don Miguel Ruiz Jr. berichtet von seiner Herkunft, seiner Ausbildung und einer wichtigen Lektion, die ihm seine Großmutter erteilte.
Wo kommt „das Böse“ her? Gibt es quasi ein inneres Organ im menschlichen Körper, das Böses oder böse Wünsche und Gedanken, Worte und Taten produziert? Oder ist es zurückzuführen auf eine „teuflische“ äußere Manipulation, der wir ausgeliefert sind? Können wir uns dann vor dem Bösen schützen? Und wenn wir unsere eigene „Bosheit“ spüren, können wir uns dazu entscheiden, lieb zu sein? Können wir also Bosheit in Liebe umwandeln? Ist Bosheit heilbar? Ist Böses angeboren oder liegt es doch in unserer Verantwortung, sodass wir Einfluss darauf nehmen können?
Erst vor wenigen Jahrzehnten begegneten sich hierzulande östliche und westliche Spiritualität. Es gab etliche Missverständnisse, aber auch fruchtbare Verbindungen. Wie sieht der „spirituelle Markt“ heute aus?
„Die Frage, was der Buddha meinte, sagte und lehrte, der wir nachgegangen sind, führt uns zu dieser Antwort: Er verkündete dieselbe Wahrheit wie alle Religionen. Vermeintliche Unterschiede sind lediglich menschliche Fehlinterpretationen.“
<<  Artikel 1-20 von 704  >> Einträge pro Seite:  10 20 50 100
AGBCopyright & DatenschutzImpressumKleinanzeige aufgeben