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Einfach aus der Fülle leben

Einfach aus der Fülle leben

Die spirituellen Früchte der Einfachheit

Wenn es bloß so einfach wäre, das Leben zu vereinfachen! Seit der Antike preisen die Weisen, Heiligen und Philosophen die Vorzüge des einfachen Lebens, haben Dichter und Literaten das Lob der Einfachheit gesungen. Und obwohl wir an dem Zuviel an Dingen, Aufgaben und Aktivitäten zu ersticken drohen, obwohl wir uns von der Komplexität des modernen Lebens überfordert fühlen, trachten die Menschen weiterhin nach dem prallen, übervollen Leben.

Warum nur fällt es so schwer, den eigenen Lebensstil nicht nur freiwillig, sondern auch konsequent auf eine bescheidenere Basis zurückzuführen? Weil wir eine Menge Angst haben, Angst vor Verlusten aller Art. Zunächst ist da die grundlegende Existenzangst (werde ich ohne dies und das auskommen?), dann Angst vor Einbußen der Lebensqualität (wird mir das nicht zu primitiv?), Angst vor Imageverlust (was denken meine Kollegen, Freunde, meine Familie?), Angst vor dem Einzelgängerdasein, weil man gegen den Strom schwimmt, das gängige Konsumdenken hinterfragt und nicht mehr mitspielt.

Missverständnisse und Ängste ausräumen

Um mit diesen Ängsten fertigzuwerden, brauchen wir nicht nur Mut und Vertrauen in Gott und die eigenen Ressourcen, sondern auch ein klares Verständnis der Zusammenhänge zwischen einfachem Leben, Lebensqualität, Nachhaltigkeit und Spiritualität. „Es ist wichtig, die unzutreffenden Klischees vom einfachen Leben zu kennen“, sagt Duane Elgin, Betriebswirt, Visionär und Autor des Klassikers „Freiwillige Einfachheit“ (1981), in seinem Blog. „Denn sie lassen es angesichts der zunehmend kritischen Zusammenbrüche in den globalen Systemen unpraktisch und unangebracht erscheinen. Vier Missverständnisse vom einfachen Leben sind so weit verbreitet, dass sie besondere Aufmerksamkeit verdienen. Sie bestehen in der irrigen Gleichsetzung von Einfachheit mit: Armut, dem Rückzug aufs Land, einem Leben ohne Schönheit und mit wirtschaftlicher Stagnation.“

Anhand von praktischen Beispielen widerlegt Elgin in seinen Büchern und Vorträgen diese falschen Vorstellungen. Einfach zu leben bedeutet eben nicht, ein Leben in Armut, Not und Entbehrung zu führen. Armut ist unfreiwillig und sie schwächt den Betreffenden. Einfachheit dagegen ist freiwillig und ermächtigt den Betreffenden zu einem selbstverantwortlichen, integeren, kreativen und achtsamen Leben in Balance mit seinem Umfeld und der Welt insgesamt.

Ein bewusst gewähltes einfaches Leben setzt dem Leiden unter dem Zuviel ein Ende. „Wir müssen lernen, uns nicht mit unwesentlichen Aktivitäten und Beschäftigungen zu überfordern, sondern unser Leben mehr und mehr zu vereinfachen. Der Schlüssel zu einer glücklichen Ausgewogenheit im modernen Leben ist Einfachheit“, schreibt Sogyal Rinpoche in seinem Bestseller „Das Tibetische Buch vom Leben und vom Sterben“ (1999).

Ein bewusst gewähltes einfaches Leben setzt dem Leiden unter dem Zuviel ein Ende.

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