ÖKOLOGISCHE INTELLIGENZ DIE GRÜNE ZEITENWENDE
Im Gespräch mit dem Psychologen Daniel Goleman
Mr. Goleman, in Ihrem neuen Buch sprechen Sie von ökologischer Intelligenz. Können Sie unseren Lesern kurz erklären, was Sie damit meinen?
Ich meine damit das Wissen, die Umweltsysteme zu verstehen, die unseren Planeten und unser Leben formen, und inwieweit sie unser menschliches System beeinflussen. Vor allem deshalb, weil diese Beeinflussung immer mehr zunimmt und sich ins Negative umkehrt.
Sie sind davon überzeugt, dass wir nur dann in der Lage sind, diese ökologische Intelligenz zu leben, wenn wir uns mit anderen vernetzen. Warum nur gemeinsam und nicht jeder individuell für sich?
Ökologische Intelligenz, wie ich sie verstehe, bedingt ein gewisses Verständnis für die Interaktionen verschiedenster Systeme, die jedes für sich ungeheuer komplex sein können. Das bedeutet, kein Mensch allein ist in der Lage, das alles zu verstehen; dazu müssen wir zusammenarbeiten. Es ist eine verteilte Intelligenz. Wir brauchen Umweltwissenschaftler, Ingenieure und Leute, die sich mit Wertschöpfungsketten auskennen. Mit anderen Worten, das Netz der verschiedenen Prozesse ist so gewaltig, dass wir es nur verstehen können, wenn wir uns darüber mit anderen austauschen.
Schwarmintelligenz, wie wir sie aus dem Tierreich kennen, ist ein gutes Vorbild für uns, wenn wir als Gesellschaft weiterkommen wollen.
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