Spirituelles Spektrum

Eine Fundgrube für Definitionen und Äußerungen namhafter Weisheitslehrer und Philosophen zu ausgesuchten Aspekten der Spiritualität. Die verschiedenen Facetten eines Themas werden in aller Kürze aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

„Der Traum ist eine experimentelle Vorrichtung der Natur, um dem Bewusstsein durch die Entwicklung einer Selbst-Vorstellung die Erfahrung von Realität in ihrer vollsten Gestalt zu ermöglichen.“
„Um die Quelle der Intuition zum Sprudeln zu bringen, ist es wichtig zu erkennen, dass alles Wissen, alle Wahrheit dieser Welt in Ihnen liegt.“
„Unsere Spezies hat Wege gefunden, damit ein immer größerer Anteil der Menschheit in Frieden leben kann. Dieser Rückgang an Gewalt ist ein Impuls, die Kräfte von Zivilisation und Aufklärung hoch zu schätzen, durch die er möglich wurde.“
Es bleibt wohl eine unserer Illusionen, zu glauben, ein Leben ohne Angst leben zu können; sie gehört zu unserer Existenz und ist eine Spiegelung unserer Abhängigkeiten und des Wissens um unsere Sterblichkeit.
„Der Glaube setzt die Vernunft voraus und vollendet sie; die Vernunft lässt sich ihrerseits vom Glauben erleuchten und trägt zum Verstehen der Offenbarung bei.“
„Ein Mythos vergegenwärtigt in Form einer Erzählung einen unbekannten und unvorstellbaren Inhalt so, dass er die Wahrheit zeigt, nicht die Wirklichkeit.“
„Wer schnell lebt, kann mehr erleben. Wer langsamer wird, lebt intensiver. Wer im Augenblick aufgeht, erfährt die Zeit als lebendigen Fluss.”

TOD

„In der Mystik jeder Herkunft reicht der Tod weit ins Leben hinein, so dass von einem lebenden Sterben oder sterbenden Leben die Rede sein kann.“
„Kann die Wahrheit gefunden werden? Wenn ich etwas gefunden habe, muss ich es erkennen können. Aber setzt das nicht voraus, dass ich bereits ein Vorwissen davon habe? Dann müsste sie von mir bereits erfahren worden sein…“
„In diesen Zeiten des Elends und der Gewalt mag es als Provokation erscheinen, über die Schönheit zu sprechen. Doch wir sind herausgefordert, beides anzunehmen – das Böse wie das Schöne in der Welt.“
„Die wissenschaftliche Medizin entdeckt als Erfahrungstatsache wieder, was die Menschen zu allen Zeiten wussten: Seele, Geist und Bewusstsein sind wichtige Faktoren von Krankheit und Gesundheit.“
Mit 2012 verbinden viele Menschen die Gefahr des Weltuntergangs. In früheren Epochen wurde er noch mit der Selbstoffenbarung der „Herrlichkeit“ Gottes verbunden. Für die Postmoderne bedeutet die Apokalypse hingegen bloß noch Zerstörung.
Für die alten Völker war die Große Göttin eine völlig eigenständige, in Würde auftretende Elternfigur. Sie lebt bis heute in jeder Frau: als Brücke zwischen dem Rationalen und dem Mythischen in unserem Innern, erreichbar durch Meditation.
Liebe weist über den Menschen hinaus. Sie manifestiert sich in uns, doch sind wir nicht ihr Ursprung. Liebe erfordert Stille des Denkens und Bereitschaft und Fähigkeit zur Kontemplation und Meditation. An der höchsten Spitze des menschlichen Bewusstseins zeigt sich dann: Liebe und Weisheit sind eins.
Es gibt nur eine Ursache für die Unsicherheit in unserem Leben –Mangel an Vertrauen in eine höhere Macht. Die gute Nachricht: Wir können negative Gefühle nicht daran hindern, uns zu überfallen, aber wir können sie daran hindern zu bleiben. Das tröstlichste Glaubensbekenntnis, das wir kennen, lautet: „Wir sitzen im gleichen Boot und Gott mit uns.“ Das gibt uns die Kraft, immer wieder in Fahrt zu kommen.
Wir brauchen nicht nur Geld, von dem wir leben können, sondern auch einen Sinn, für den wir leben können. Wer seinen Lebenssinn nicht kennt, wird seine Lebensziele niemals finden. Die östlichen Kulturen sagen uns, wo er zu suchen ist: im Alltag. „Da ist nichts, wo er nicht wäre…“ (Chuang Tzu)
Der Glücksbegriff ist unendlich vielfältig. Materielles Glück und körperliches Glück sind flüchtig. Dauerhaftes Glück lässt sich nur von innen her aufbauen, denn der Weg zum Glück liegt immer in uns selbst. Das Glück der Seele besteht im Einklang mit sich selbst und in der „enthusiastischen, intuitiven Teilhabe des endlichen Geistes am Unendlichen“ (Daniel Schleiermacher)
Jeder von uns ist einzigartig. Selbstvertrauen, den Glauben an die Möglichkeit, das eigene Leben zu gestalten, finden wir daher nur in uns. Diesen Glauben brauchen wir auch auf dem spirituellen Weg. Dann macht uns Gott so stark, wie wir es nie geglaubt hätten.
Gott, heißt es, schuf den Menschen nach seinem Bild. Und der Mensch machte sich Bilder von Gott. Doch Gott lässt sich weder erdenken noch wissenschaftlich beweisen. „Erkenne dich selbst“, riet daher nicht erst Sokrates den Menschen. Denn sind wir wirklich Gottes Ebenbild, muss er in uns zu finden sein.
Guru Nanak erkannte Gott als unveränderlich und ewig. Laotse stieß bis ins geheime Wesen aller Dinge vor. Sokrates nannte den Zugang zur Transzendenz wesentlich für das menschliche Leben. Buddha erfuhr, dass einzig der Geist den Geist erkennen kann. Alles nur Fantasterei, wie man dem Propheten Mohammed unterstellte? Nein – die Mitgift einer jeden Seele, die nach dem Willen ihres Schöpfers sein Ebenbild ist: „Götter seid ihr!“ (Christus)
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