GOTTES BOTEN

GOTTES BOTEN

Ein Thema – sechs Beispiele

Guru Nanak erkannte Gott als unveränderlich und ewig. Laotse stieß bis ins geheime Wesen aller Dinge vor. Sokrates nannte den Zugang zur Transzendenz wesentlich für das menschliche Leben. Buddha erfuhr, dass einzig der Geist den Geist erkennen kann. Alles nur Fantasterei, wie man dem Propheten Mohammed unterstellte? Nein – die Mitgift einer jeden Seele, die nach dem Willen ihres Schöpfers sein Ebenbild ist: „Götter seid ihr!“ (Christus)

GURU NANAK

Die Lehre Guru Nanaks erschließt sich im Wesentlichen bereits in denjenigen Texten des Adi-Granth, die die Sikhs in ihrer Liturgie verwenden. Das Wesen Gottes ist Wahrheit. Sie ist unveränderlich und ewig. Daher ist alles außer Gott im letzten Sinne Nicht-Wahrheit, denn es ist veränderlich und endlich.

Die Welt ist von Gott, außer dem nichts ist. Er lenkt die Welt nach der von ihm gesetzten kosmischen Ordnung, die Nanak als hukam bezeichnete, eigentlich „Befehl“. Auch das Negative ist in ihr beschlossen. Die Welt ist falsch, jedoch nur insofern sie als getrennt von Gott betrachtet wird. Die fälschliche Erfahrung der Verschiedenheit der Welt von Gott ist jedoch gleichfalls in Gott selbst begründet, und zwar in seiner maya, seiner schöpferischen Kraft, die gleichzeitig sein wahres Wesen verhüllt. Die Welt- Erfahrung verleitet den Menschen, diese für wahr zu halten.

Die menschliche Existenz hat ein Doppelgesicht. Sie ist das große Geschenk, denn nur der Mensch ist fähig, seine Erlösungsbedürftigkeit zu erkennen und sich entsprechend zu verhalten.

Monika Horstmann

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