Im nächtlichen Reich unserer Träume verlieren wir uns, um uns selbst zu finden. Diese faszinierende, oft ignorierte Welt kann uns helfen, zu wachsen und zu heilen.
Wir verbringen ein Drittel unserer Lebenszeit im dunklen Reich des Schlafes. Shakespeare lässt seinen Hamlet über das Sterben als tiefsten Schlaf sinnieren, in dem man dem Leid des Lebens entkäme. Doch was, wenn man dann träumte? In der Geschichte der Menschheit wurden Wachen und Träumen nicht immer so streng voneinander abgegrenzt wie heute. Als Medium, durch das die Götter kommunizieren, oder Brücke, auf der man ihnen begegnen konnte, genossen Träume in vielen Kulturen enorme Bedeutung. Der Traum wurde als realer Ort zwischen Diesseits und Jenseits wahrgenommen oder auch als eigenständige Wesenheit; er gab der Seele, tagsüber an den Körper gebunden, Gelegenheit, sich während des Schlafes frei zu bewegen.
Martina Pahr