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Zeit - als Uhrenzeit - Vielleicht können wir das Geheimnis der Zeit etwas lüften, wenn wir eine Unterscheidung einfügen. Sprechen wir zuerst über die Uhrenzeit.

Diese ist von uns Menschen geschaffen und hängt eng mit dem Kalender zusammen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Denn es gibt 37 Zeitzonen, verteilt über die gesamte Erde. Auch unser gregorianischer Kalender ist keinesfalls überall gültig. So schreiben wir aktuell 2021, während die Muslime im Jahr 1442 sind. Um dieses Gewirr einigermaßen zu ordnen, wurde 1972 eine weitere Zeiteinheit künstlich erschaffen: die Weltzeit. Diese ist dringend erforderlich, um beispielsweise den internationalen Flugverkehr und vieles andere koordinieren zu können. Wir sehen also: Sowohl die Uhrenzeit als auch der Kalender sind von Menschen erschaffene Konstrukte; im Grunde ein Koordinaten- und Macht-System mit teilweise verwirrenden Bezügen. Und es ist so spannend wie ein Kriminalroman von Agatha Christie, in das Intrigen- und Ränkespiel der Mächtigsten unter den Mächtigen einzutauchen, um wie Hercule Poirot das Sein vom Schein zu unterscheiden.

Zeit als Konstrukt

Die Uhrenzeit ist ein Konstrukt des menschlichen Verstandes. Der bei uns gültige Kalender ist eine Ego-Geburt des Papstes Gregor XIII., der den Kalender mit seinem Namen – gregorianischer Kalender – mit der päpstlichen Bulle „Inter gravissimas“ anordnete. Befahl. Die Bulle bestimmte, dass zehn Tage (5. bis einschließlich 14. Oktober 1582) zu entfallen hatten und dass der Tag, der auf den 4. Oktober folgte, als der 15. Oktober 1582 gezählt werden sollte. Ich erwähne das, um das Konstrukt der Kalender- und Uhren-Zeit deutlich zu machen.

Zeit als Geist

Um einen Bezug zum „Geist“ herzustellen, den ich hier als innere Haltung verstehe, aus der unser gregorianischer Kalender gewebt ist, braucht es zumindest einen kurzen Blick auf die wichtigsten Details des Kriminalfalls, um im detektivischen Bild des Hercule Poirot zu bleiben. Der gregorianische Kalender löste den julianischen ab. Dieser wurde von Julius Cäsar geschaffen, der sich im Monat „Juli“ für alle Zeiten verewigte. Das wiederum war ein Dorn im Auge von Augustus, der Cäsar folgte. Und so hat Augustus sich ebenfalls verewigt, im August, der dem Juli bekanntlich folgt. Der eitle Augustus wollte seinen Monat auf die gleiche Länge bringen wie den Juli. So wurde der Februar gekürzt und dem August ein Tag hinzugefügt. Wir verstehen: Die Jahre imperialer Ansprüche, des Egoismus und der Verwirrung dehnten sich letztlich auf die gesamte Welt und über Jahrhunderte bis zum heutigen Tag aus.

Der „Geist“, der unseren Kalender formte, hat uns fundamental von den wellenden Rhythmen der Natur getrennt. Was jedoch geschieht, wenn sich die Menschheit vom Rhythmus der Natur trennt? Die Natur wird ihm fremd! Die Natur ist dann „da draußen“. Das Schwingen und Klingen, die Färbung der Jahreszeiten, der drehende Gesang der Sterne, das Leuchten der Sonne und das Silberlicht des Mondes, der Tag- und Nachtrhythmus… alles, alles, alles wird uns fremd. Alles ist „da draußen“. Auch das Göttliche. Nichts ist in uns.

Der Kalender - ein Schulbuch

Nach „Zeit“ und „Geist“ nähern wir uns dem dritten Klang, dem „Geschäft“. Das Wort „Kalender“ kommt vom lateinischen „Calendarium“ – und das bedeutet was? Die Übersetzung lautet: „Schuldbuch“. Schon die alten Römer führten also Zeit und Geld zusammen. Um für verliehenes Geld Zinsen zu bekommen, bedurfte es einer Aufzeichnung der Zeit. Um die Zeit nun irgendwie in den Griff zu bekommen, erfand man künstlich ein Kalenderjahr und das Schuldbuch, das Calendarium, gleich dazu. Das ist im Grunde bis zum heutigen Tag so geblieben.

Zeit als kosmische Dimension

Die Uhrenzeit und der Kalender sind das eine. Die kosmische Dimension der Zeit das andere. Hier begegnen wir dem Göttlich-Ewigen. Dem Augenblick. Der Dimension des Jetzt. Des Göttlichen in uns. Und überall. In diese Göttlichkeit zu erwachen ist das Geschenk unserer Tage.

 Karl Gamper

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FOTO: © Karl Gamper

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