In der dunklen Jahreszeit legt sich ein sanfter Schleier über Venedig und die wahre Seele der einzigartigen Stadt beginnt zu sprechen…
Die Gondeln gleiten still über das Wasser, kaum sichtbar im dichten Nebel, der die Lagunenstadt umhüllt. Die Touristenmassen sind fort. Zurück bleibt eine Stadt, die ihre melancholische Schönheit erst im Winter so richtig entfaltet. Venedig ist wie eine geheimnisvolle Liebesgeschichte – eine zarte Romanze, die sich erst offenbart, wenn der Lärm verstummt und die Zeit langsamer vergeht. Jedes Jahr zieht es mich her, wenn die Brücken wie leergefegt sind und das Rufen der Tourguides verstummt ist. Dann gehört dieser mystische Ort wieder den Einheimischen und einigen Wenigen wie mir, die hier ihren Sehnsuchtsplatz gefunden haben. Und offen sind für seine Jahrhunderte alten Geheimnisse, die sich nur jenen zeigen, die bereit sind, innezuhalten und zuzuhören.
Venedig, die „Stadt der Brücken“, „Stadt der Kanäle“ oder auch „Schwimmende Stadt“, ist vollends von Wasser umgeben. Inmitten einer Lagune wurde sie auf mehr als 100 Inseln erbaut. Diese sind über 400 Brücken miteinander verbunden.
Tina Engler