Unser Leben und unsere Lebendigkeit haben sich so verändert. Gesetze, Bürokratie und Erfolgsdruck, technische und digitale Sachzwänge machen uns zu „Vollziehenden“:
Wir verlieren uns in Form, Funktion und To-Do‘s; wir „tracken“ unsere Gesundheit und programmieren unsere Fitness; wir sind einsam, brennen aus und werden Wutbürger.
Wir verlieren unsere lebendigen Spielräume, meint der Soziologe Hartmut Rosa. Mit seinem neuen Buch gewinnen wir sie zurück: Situation und Konstellation.
Vom Handeln zum Vollziehen
Was es bedeutet, von Handelnden, die ihre Erfahrung und Urteilskraft einsetzen, zu Vollziehenden zu werden, zeigt Hartmut Rosa an einigen Beispielen: Ein Mädchen bestellt den Superburger, auf den es lange gespart hat. Sie packt ihn aus, strahlt vor Freude – und im Gedränge fällt er hinunter. Alle, die das mitbekommen, sind betroffen. Die Angestellte des Burgerladens sagt: „Hier, ich gebe dir noch einen!“
Christine Grießler





