Was wäre, wenn man Menschen ausleihen könnte wie Bücher und dabei die eigenen Vorurteile Seite für Seite abbaut? Genau das ist die Idee hinter der „Human Library“.
Vor rund 25 Jahren hatte der dänische Journalist und Aktivist Ronni Abergel beim Roskilde-Festival in der Nähe von Kopenhagen eine ungewöhnliche Vision: Menschen, denen in der Gesellschaft oft mit Klischees und Ablehnung begegnet wird, sollten selbst zu Wort kommen, als „menschliche Bücher“, die sich für ein persönliches Gespräch „ausleihen“ lassen. Ob Angststörung, Essstörung, Spielsucht oder Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt, jedes Thema, das gesellschaftlich oft tabuisiert oder mit Vorurteilen belegt ist, kann hier offen zur Sprache kommen. In einem geschützten Rahmen von 30 Minuten darf dabei wirklich jede Frage gestellt werden, ganz ohne Scham.
Tina W. Engler





